Betriebliche Gesundheitsförderung: Vorteile für Arbeitgeber

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Fehltage aufgrund von Krankheit sind in jedem Unternehmen ein Problem. Der Durchschnitt liegt – laut Techniker Krankenkasse – bei 14,8 Tagen für das Jahr 2016. Besonders junge Arbeitnehmer bleiben unter diesem Wert. Deutlich mehr Fehltage kommen bei älteren Beschäftigten ab 50 zusammen. In der Altersgruppe zwischen 50 Jahren bis 54 Jahren sind es bereits mehr als 18 Fehltage. Bis kurz vor den Ruhestand steigt die Zahl (zumindest nach den Statistiken) auf 27 Tage.

Und Fehlzeiten sind unterm Strich teuer. Unternehmen müssen nicht nur die Entgeltfortzahlung stemmen. Am Ende müssen Kollegen zusätzliche Aufgaben übernehmen – was wiederum deren Arbeitsbelastung erhöht. Aufträge können mitunter nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden, es drohen im schlimmsten Fall sogar Vertragsstrafen. Befürworter benutzen genau dieses Argument, um für den Betriebssport zu werben. Wie realistisch sind die Erwartungen? Was bringt der Betriebssport Unternehmen tatsächlich?

Besseres Betriebsklima dank Betriebssport?

Wo liegen die Vorteile es Betriebssports? Die Bewegungsprogramme halten Beschäftigte fit, bauen Stress ab und stärken den Zusammenhalt im Team. Auf diese drei wesentlichen Attribute wird Betriebssport immer wieder zusammengefasst. Gerade im Büro ist es schwierig, sich ausreichend zu bewegen. Sitzen am PC über mehrere Stunden macht sich durch Verspannungen und Fehlhaltungen bemerkbar.

Die Folgen sind unter anderem:

  • Rückenbeschwerden
  • Nervenleiden usw.

Auf Dauer macht das Sitzen krank. Die Bewegung während Arbeitspausen oder direkt im Anschluss an den Tag im Büro schafft einen Ausgleich. Auf der anderen Seite hilft Bewegung – durch den Abbau der Stresshormone und die Bildung sogenannter Glückshormone – bei der Stressbewältigung.

Nur zwei Punkte, welche regelmäßig als Vorteil für Betriebssport genannt werden. Aber: Wirklich verlässliche Studien, welche den Nutzen der Betriebssportangebote untersuchen, sind kaum zu finden. Insofern verwundert es nicht, dass sich die Bandbreite der Studienergebnisse über das gesamte Spektrum erstreckt.

Eine SWI-Studie des Arbeitsbereichs Sportökonomie und Sportsoziologie hat beispielsweise kaum signifikante Unterschiede finden können. Auf der anderen Seite hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ein durchaus anderes Bild vom Betriebssport gezeichnet. Und auch andere Untersuchungen belegen, dass Betriebssport Mitarbeitern durchaus wichtig ist. Gesundheitsförderung ist und bleibt ein Thema, welches in Unternehmen eine zunehmend prominente Rolle spielt.

Tipp: Gesundheitsförderung lässt sich natürlich nicht nur auf den Betriebssport reduzieren. Zu den Angeboten gehören inzwischen auch Physiotherapieangebote und Gesprächskreise. Letztere stärken das Teambuilding und bieten zudem die Möglichkeiten sportliche Schnittmengen im Kollegenkreis zu finden – die in den Freizeitbereich fortbestehen, wie der gemeinsame Blick auf Openodds.

Steuerliche Behandlung des Betriebssports

Das Thema Betriebssport hat verschiedene Facetten. Was hin und wieder in der Debatte unter den Tisch fällt – aus Sicht des Arbeitgebers aber von Bedeutung ist – betrifft die steuerrechtliche Behandlung der Angebote.

Hier sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Betriebssport kann unter Umständen Arbeitslohn sein bzw. ist wie dieser zu behandeln. Dies trifft auf Angebote zu, welche nicht ausschließlich dem betrieblichen Interesse dienen bzw. für welche ein privates Interesse nicht ausgeklammert werden kann. Beispiel: Ein Unternehmen stellt einen Tennisplatz zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung. Hierfür liegt eine Rechtsprechung vor, welche dies dem steuerpflichtigen Sachbezug gleichstellt.

Anders die Situation, wenn im Betrieb ein Raum für Gymnastik- oder Bewegungsübungen genutzt werden kann. Aber: Auf die steuerrechtliche Behandlung findet das Einkommenssteuergesetz Anwendung. Heißt: Für jeden Mitarbeiter bleiben nach § 8 Abs. 2 Satz 11 Einkommensteuergesetz (EStG) Sachbezüge bis 44 Euro je Kalendermonat unberücksichtigt. Zusätzlich haben Unternehmen seit Januar 2008 die Möglichkeit, der Gesundheitsförderung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Betriebe dürfen Maßnahmen in den Bereichen:

  • Bewegungsprogramme
  • Ernährungsangebote
  • Suchtprävention
  • Stressbewältigung

mit bis zu 500 Euro je Mitarbeiter und Kalenderjahr unterstützen – und zwar lohnsteuerfrei. Dieser Betrag ist zudem auch von der Abgabenpflicht im Bereich der Sozialabgaben befreit.

Fazit: Betriebssport kann sich auch für Unternehmen auszahlen

Unternehmen und Beschäftigte stehen in einer besonderen Beziehung zueinander. In den vergangenen Jahren hat sich diese Beziehung verändert – auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Mangels an Fachkräften. Die Herausforderungen für Betriebe wachsen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung können ein Mittel sein, um sich gegenüber Konkurrenten zu behaupten. Mittlerweile wächst vor diesem Hintergrund auch das Interesse am Betriebssport. Die Zahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Angebote nutzen, wird inzwischen auf knapp 400.000 geschätzt. Unternehmen profitieren auf ganz unterschiedliche Weise von den angebotenen Maßnahmen. Auf der einen Seite trägt der Sport dazu bei, die Gesundheit zu fördern – und beugt damit Fehlzeiten vor, die letztlich Geld kosten. Parallel wird darauf gesetzt, dass mithilfe des Betriebssports das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver wird.

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