Betriebssport & Unfälle: Das Thema gesetzliche Unfallversicherung

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Fit im Alltag – im ersten Moment wird damit der Freizeitsport verbunden. Egal, ob es um das Training als Amateurwettkämpfer geht, die eigene Fitness oder das Abspecken nach dem Winter – wer Sport treibt, bleibt fit. Sport hält nicht nur gesund und hilft Stress abbauen. Wer fit ist, bleibt seltener mit Husten und Schnupfen zu Hause. Betriebssport ist eine Möglichkeit, das betriebliche Gesundheitsmanagement auf neue Beine zu stellen.

Gleichzeitig hilft Betriebssport dabei, die Bindung der Arbeitnehmer ans Unternehmen zu erhöhen. Damit ist das ganze für alle eine Win-Win-Situation. Denn gemeinsam macht Sport treiben einfach mehr Spaß. Was passiert, wenn sich Mitarbeiter beim Betriebssport verletzen? Klar: Im ersten Moment wird an die Behandlung auf Kosten der Krankenkasse gedacht. Oder könnte hier vielleicht sogar die Unfallversicherung greifen?

Unfallversicherung: Diese Regeln gelten beim Betriebssport

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Beschäftigte:

  • am Arbeitsplatz
  • auf den Wegen zwischen Arbeitsplatz und Wohnadresse.

Da Betriebssport einem klaren betrieblichen Interesse folgt, fällt auch dessen Ausübung unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Aber: Damit dies tatsächlich anerkannt werden kann, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein.

  • Sport als Ausgleich: Betriebssport soll als Ausgleich für die Belastungen am Arbeitsplatz dienen und durch Stärkung von Muskulatur und Motorik Verletzungen vorbeugen. Diese Grundgedanken müssen im Betriebssport wiederzufinden sein. Wettkampfgedanken oder die Ausrichtung auf ein Maximum an Leistungsfähigkeit widersprechen den Anforderungen an Betriebssport. Damit entfällt beispielsweise Fußball – besonders, wenn dieser mit dem Ansatz, gegen andere Sportgruppen antreten zu wollen, gespielt wird.
  • Regelmäßig Sport treiben: Die Regelmäßigkeit ist eine der fünf Säulen des Betriebssports. Zwar ist nicht explizit auf den Tag genau definiert, wie die Regelmäßigkeit auszusehen hat. Damit der Sport durch die Unfallversicherung gedeckt wird, sollten die Betriebssportangebote allerdings wöchentlich oder monatlich im Idealfall stattfinden. Treffen sich einige Mitarbeiter nur gelegentlich, um zum Beispiel zu Kegeln und dabei die auf Seiten wie Sportwette.net angebotenen Tippscheine zu diskutieren, wäre der Schutz durch die Unfallversicherung klar zu verneinen.
  • Sport für Beschäftigte: Die Definition Betriebssport stellt einen unmittelbaren Zusammenhang zum Unternehmen her. Die gesetzliche Unfallversicherung erkennt eine versicherte Tätigkeit nur an, wenn der Sport ausschließlich Betriebsangehörigen angeboten wird. Ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen zu einer Sportgruppe ist allerdings möglich.
  • Angemessene Übungszeit: Grundsätzlich muss zwischen Sport und betrieblicher Tätigkeit eine Verbindung herstellbar sein. Dieser Anspruch ist erfüllt, wenn der Betriebssport vor oder nach der Tätigkeit sowie in Arbeitspausen stattfindet.
  • Betriebliche Organisation: Die gesetzliche Unfallversicherung setzt eine betriebliche Organisation des Betriebssports voraus. In der Praxis bedeutet dies, dass das Unternehmen entweder finanzielle Mittel zur Verfügung stellt oder direkt in die Organisation eingebunden ist. Sprich: Der Betrieb stellt die Sportgruppe auf, wählt die Räumlichkeiten aus und sorgt für eine Aufsicht.

Sofern diese fünf Kriterien eindeutig bejaht werden können, greift für den Betriebssport die gesetzliche Unfallversicherung. Sportverletzungen werden somit entsprechend den Vorgaben der Unfallversicherung behandelt.

Heißt: Die Behandlung von Unfallverletzungen übernehmen in erster Instanz nicht Haus- und Fachärzte, sondern der Durchgangsarzt. Dieser entscheidet (bis auf Ausnahmen), ob eine Weiterbehandlung auch beim Hausarzt erfolgen kann. Der Gang zum Facharzt ist bei Augen- und HNO-Verletzungen möglich.

Zu den Besonderheiten gehört auch die Tatsache, dass das Verletztengeld der gesetzlichen Unfallversicherung nach anderen Berechnungsgrundsätzen als das Krankengeld der Krankenkasse (nach Ablauf des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung) ausgezahlt wird.

Greift beim Betriebssport eine private Unfallversicherung?

Ob der vom Unternehmen organisierte Sport tatsächlich durch den Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt wird, ist immer wieder Streitpunkt. So kommt es zum Beispiel bei Firmenläufen hin und wieder vor, dass sich Teilnehmer verletzen. In diesem Fall verweigert der Versicherungsträger die Leistung aus zwei Gründen. Auf der einen Seite handelt es sich um einen Wettkampf. Andererseits fehlt das Erfordernis der Regelmäßigkeit.

Aber: Die gesetzliche Unfallversicherung ist nicht die einzige Absicherung, welche greifen könnte. Private Unfallversicherungen springen im geschilderten Beispiel ein. Allerdings nur dann, wenn die Unfallverletzung eine gewisse Schwere hat bzw. ein dauerhafter Schaden zurückbleibt. Die eigentliche Behandlung fällt in diesem Zusammenhang der Krankenversicherung zu.

Das Thema dauerhafter Schaden im Betriebssport

Eigentlich soll der Betriebssport Verletzungen und gesundheitlichen Einschränkungen vorbeugen. Es kann passieren, dass Unfälle während des Sports oder auf dem Weg zu einem dauerhaften Schaden führen – was wiederum eine Erwerbsminderung nach sich zieht. Sofern der Sport tatsächlich durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt wird, richten sich Ansprüche auf Zahlung einer Unfallrente gegen den Träger der Unfallversicherung – wie zum Beispiel die Berufsgenossenschaften.

Die Höhe der Rente bemisst sich einmal nach dem Jahresarbeitsverdienst und auf der anderen Seite nach dem Grad der Erwerbsminderung. Beispiel: 30.000 Euro Jahresarbeitsverdienst und 30 Prozent Erwerbsminderung.

Zwei Drittel von 30.000 Euro entsprechen 20.000 Euro, aus denen sich eine gesetzliche Unfallrente von 6.000 Euro pro Jahr ergibt.

Natürlich können bei dauerhafter Schädigung auch Ansprüche gegen eine private Unfallversicherung geltend gemacht werden. Die Höhe der Leistungen wird über die Versicherungssumme, die Gliedertaxe und den Grad der Schädigung bemessen.

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