Die wundersame Karriere des Mansour Bahrami

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Wenn Rafael Nadal auf Novak Djokovic trifft, schaut die Sport- und vor allem die Tenniswelt gespannt zu. Doch ein Mann konnte bis zu seinem Karriereende 2003 in Sachen Entertainment noch deutlich einen draufsetzen. Dieser Mann ist mittlerweile 61 Jahre alt und heißt Mansour Bahrami. 

Fähigkeit zum Spiel und zeitgleiches Entertainment

Quelle: Jay Zampi via Twitter

Der im Iran geborene Mansour Bahrami war schon in seiner Jugend als Tennisfan aufmerksam bei den besten Spielern seines Landes im Sportkomplex Teherans dabei. Während diese auf den Plätzen der Hauptstadt trainierten, war Bahrami als Balljunge aktiv. Selbst konnte er sein Können zu dieser Zeit nie recht unter Beweis stellen, da ihm das Spielen an selber Stelle verwehrt blieb. Mit 16 Jahren war er jedoch bereits ein Mitglied des Davis Cup-Teams des Iran. Auf internationaler Bühne feierte er damit seine ersten größeren Siege, bis ihm die politische Situation einen Strich durch die Karriere für sein Land machte. Die iranische Revolution hatte zur Folge, dass Bahrami ab 1979 nicht mehr daheim aktiv sein konnte und stattdessen nach Frankreich zog. In Mitteleuropa spielte er dann vor allem im Doppel und erreichte mit Éric Winogradsky das Finale der French Open 1989. 14 Jahre nach dem Verlassen seines Heimatlandes war er schließlich auch zurück im Davis Cup, wo er 14 von 22 Spielen gewinnen konnte. Letztmals professionell aktiv auf der ATP-Tour war er 2003, bevor er mit 47 Jahren den Schläger an den Nagel hing.

Eine von Mansour Bahramis größten Stärken war neben einer starken Technik ohnehin sein ungemeines Unterhalter-Talent. Da vor allem Schauturniere genau davon möglichst viel benötigen, um Zuschauer anzulocken, war der Iraner ein stets gern gesehener Gast, um gegen die anderen Großen der Branche anzutreten. Für mehrere Jahre war er somit auf der ATP Champions Tour zu finden. Auch wenn diese Schaukämpfe viel Entertainment bereit halten, so sind es gewöhnlich doch die Profispiele, welche die Menschen an den Court locken. Bahramis alte Wahlheimat Frankreich steht zum Beispiel im November im Finale um den Davis Cup. Dort sind die Franzosen in den Tennis Live Wetten bei William Hill mit einer Quote von 1,22 (Stand 4. Oktober) der Favorit gegen Belgien. Ob Bahrami diese Spiele der Franzosen wohl auch verfolgen wird?

Lob von höchster Stelle

Wenn die bekanntesten Tennisspieler der Welt einen Mann gleichsam loben, kann dies nur Gutes für diesen bedeuten. Genauso geschah es auch mit Mansour Bahrami. Unter anderem ließen sich Björn Borg („Dieser Mann ist eine Legende“), John McEnroe („Ganz einfach, er ist ein Genie“) und John Lloyd („Er macht das Spiel so spaßig“) Zitate zum Athleten entlocken. Mit seinen Trickshots, die er von jeder Position auf dem Feld einstreuen kann, riss er regelmäßig die Fans von ihren Sitzen. Stops, Volleys, liegend oder von einem Stuhl auf der Grundlinie aus feuert Bahrami die Filzbälle zurück in die gegnerische Hälfte. Woher kommt die Stärke eines Iraners, der in seiner Kindheit niemals einen tatsächlichen Tennisschläger zur Verfügung hatte? Er brachte sich selbst alles mit einer Bratpfanne bei, die ihn wohl nachträglich geprägt hat und einen einzigartigen Karriereweg in der Welt des Leistungssports darstellt. Seine eigene Einstellung zum Job war außergewöhnlich und orientierte sich stets am Publikum: „Ich liebe es zu spielen. Ich liebe es, wenn die Leute Spaß haben, mir zuzugucken. Ich kann euch nicht sagen, wieviele Spiele ich verloren habe, weil ich herumgescherzt habe. Oft gewinne ich, aber fühle mich nicht, als ob das Publikum es so recht genossen hat. Wenn das Publikum lacht, bin ich der glücklichste Mann der ganzen Welt.“

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