Fußball — Bald nur noch mit Abonnement?

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Immer wieder wird über die hohen Summen diskutiert, welche in diesen Tagen im Weltfußball auf dem Spiel stehen. Tatsächlich trugen dazu die teuren Verträge der TV-Sender einen wesentlichen Teil bei. Immer mehr öffentlich-rechtliche Anbieter in Europa sind nicht mehr dazu bereit, die hohen Summen für die Lizenzen zu zahlen. Ist der Fußball also bald nur noch mit teurem Abonnement zu sehen? 

Eine lange Entwicklung

Wer den Blick zurück in die vergangenen Jahre lenkt, kann sich schnell davon überzeugen, dass es nicht über Nacht zu einer solchen Situation kam. Stattdessen kann ein langer Vorlauf beobachtet werden, der zur Lage führte, wie wir sie heute kennen. Bereits vor rund zwei Jahrzehnten war mit dem Sender Premiere eine Instanz geschaffen worden, welche die Spiele der Bundesliga nur noch gegen Bezahlung anbot. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen konnte nur noch die Zusammenfassungen der Spiele zeigen, was wiederum ab 18.00 Uhr erlaubt war.

Ausgenommen von den teuren Verträgen sind alle Angebote, die nicht auf Bildmaterial zurückgreifen. So muss etwa Amazon deutlich weniger für sein Angebot der Tonspur bezahlen, die live zu allen Spielen angeboten wird. Auch der professionelle Fussball Livescore als Ticker im Internet kann noch immer kostenfrei genutzt werden. 

Neue Aufteilungen vor der Saison

Tatsächlich scheint die Saison 2018/19 eine sehr spannende für die Welt des Fußballs zu sein. Im Vorfeld wurden die Verträge aktualisiert, was für den Zuschauer einige komplexe Neuerungen mit sich brachte. Auf der einen Seite ist die gesamte Bundesliga nicht mehr bei Sky zu sehen. Stattdessen werden etwa die Spiele an den Freitagen und Montagen nur noch beim Eurosport Player live zur Verfügung gestellt. Das teure Abo von Sky selbst reicht nicht mehr aus, um alle Spiele der Liga zu sehen.

Schon heute sind viele Fussball-Spiele nicht mehr im Free-TV zu sehen.

Ein ähnlicher Prozess zeigt sich bei den internationalen Wettbewerben. Die Europa League ist inzwischen nur noch beim Online-Dienst Dazn in ihrer Gesamtheit zu sehen. In der Champions League teilen sich die beiden großen Player die Spiele inzwischen auf. Um alle Spiele deutscher Klubs in einer Saison sehen zu können, wäre es demnach notwendig, drei einzelne Abonnements abzuschließen. Die Kosten dafür können sich pro Monat auf bis zu 70 Euro belaufen. 

Proteste bleiben nicht erfolglos

Immer wieder gab es Proteste der Fans, die ihren Sport nicht noch weiter in die Richtung der Kommerzialisierung abdriften lassen wollen, während Disziplinen wie die Leichtathletik am Hungertuch nagen. Sie wehren sich einerseits gegen die Zersplitterung der Spieltage, wie sie ganz bewusst für die Interessen der TV-Sender durchgesetzt wurde. Diese Äußerungen blieben in der letzten Zeit nicht ohne Erfolg. So entschlossen sich etwa die Bosse der Klubs in der Liga dazu, die Montagsspiele nicht mehr in den nächsten Vertrag aufzunehmen. Stadien, die nicht voll besetzt werden konnten und Stimmungsboykotte der Fans, die überhaupt gekommen waren, machten zuletzt das gesamte Dilemma deutlich.

Eine Aussicht darauf, schon bald wieder alle Spiele live sehen zu können, ohne dabei hohe Kosten ins Visier zu nehmen, gibt es für die Zuschauer jedoch nicht. Nach wie vor dominiert am Markt die Meinung, die Rechte müssten für eine möglichst hohe Summe verkauft werden, um damit die finanzielle Potenz des Fußballs in Europa zu steigern. 

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