Kann der Videoassistent Erfolg im Fußball haben?

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Kann der VA Erfolg im Fußball haben?

Einige Fußballpuristen haben bereits vor der Einführung des Videoassistenten bei Schiedsrichterentscheidungen die Befürchtung geäußert, dass durch dieses technische Hilfsmittel die herrlichen Diskussionen rund um den Fußball verschwinden würden. Da sich nun die erste Bundesligasaison mit VA (Videoassistent) dem Ende zuneigt, kann man mit Fug und Recht das Gegenteil behaupten. An fast jedem Spieltag gab es strittige Debatten um den Einsatz des Videobeweises. Wann darf der Videoassistent überhaupt eingreifen? Warum wird die Szene nicht auf dem Videowürfel gezeigt? Die häufigsten Diskussionen entstehen dabei gerade dann, wenn der VA nicht reagiert. Wild gestikulierende Spieler, die vor dem Schiedsrichter stehen und mit ihren Armen einen imaginären Bildschirm in die Luft zeichnen, sind keine Seltenheit mehr.

Wann kommt der VA zum Einsatz?

In der Theorie ist der Einsatz des VA klar umrissen. Bei spielentscheidenden Situationen wie Tor, Elfmeter, Platzverweis und Spielerverwechslungen darf der Videoschiedsrichter ein Signal an seinen Kollegen auf dem Platz senden. Grundsätzlich soll der Spielfluss dabei gewahrt bleiben. Wie diese Saison gezeigt hat, gestaltet sich der Einsatz des VA in der Praxis mitunter kompliziert. Wenn die Entscheidungsfindung mehrere Minuten in Anspruch nimmt, wird der Spielfluss automatisch unterbrochen.

Kurioser Elfmeter in Mainz

Der Videoschiedsrichter hat schon in der ersten Saison ebenso historische wie diskussionswürdige Spielentscheidungen veranlasst. Am kuriosesten ist wohl der Elfmeter in der Halbzeit für Mainz gegen Freiburg am 30. Spieltag. Sieben Minuten nach dem Pausenpfiff entschied Schiedsrichter Winkelmann nach Rücksprache mit dem VA auf Elfmeter für die Mainzer. Die Freiburger waren bereits auf dem Weg zur Kabine und mussten zurück auf den Platz. Ein Novum in der Bundesligageschichte.

Unverständnis beim FC Köln

Auch in Köln gab es am 8. Spieltag im Spiel gegen Stuttgart eine bittere Entscheidung gegen den FC. Nachdem der Referee in der Schlussphase auf Elfmeter für die Domstädter entschied, wurde die Entscheidung fast vier Minuten lang geprüft und anschließend zurückgenommen. Kurz darauf fiel stattdessen das entscheidende Gegentor für Stuttgart. Obwohl der Elfmeter keine klare Fehlentscheidung war, wurde die Szene korrigiert. Ein Umstand, der nicht nur dem damaligen FC-Manager Schmadtke bitter aufstieß. Die Ungerechtigkeit wird immer wieder moniert. Eine Alternative zum bisherigen System könnte eine Art Challenge-Modus sein. Ähnlich wie im Tennis, hätte die jeweilige Mannschaft ein bis zwei Möglichkeiten pro Spiel, um ein Veto gegen die Schiedsrichterentscheidung einzulegen.

Lange Unterbrechungen schaffen Unklarheit

Beide Szenen haben gezeigt, dass die Ausführung des Videobeweises noch mit Problemen behaftet ist. Die Unterbrechung durch das Prüfen der Spielszene führt zu langen Wartezeiten. Dabei kritisieren Verantwortliche wie Fans gleichermaßen die Intransparenz der Entscheidungen. Lediglich das Schiedsrichtergespann hat im Stadion Einsicht in die Wiederholungen. Dies soll zur WM geändert werden. Was bei den Aktiven für Ärger sorgt, ist für Online-Sportwetten hingegen eine willkommene Auszeit, da mehr Zeit für das Abwägen und die Entscheidung bei Live-Sportwetten bleibt.

FIFA wird Szenen auf dem Videowürfel zeigen

Bei der Anwendung des VA lassen sich Spielunterbrechungen nicht vermeiden. Der Spielleiter muss sich die Szene in der Wiederholung am Spielfeldrand ansehen. In dieser Zeit bleiben sowohl Fans im Stadion als auch die Spieler im Unklaren. Dies will die FIFA vermeiden, indem sie bei der Weltmeisterschaft die strittige Szene auf den Videoleinwänden in den Stadien zeigt. So sei eine höhere Transparenz gegeben. Allerdings kommen Kritiken aus dem Umfeld der Schiedsrichtervereinigung auf. Demnach steige der Druck auf die Schiedsrichter – gerade bei unvermeidlichen Fehlentscheidungen

Weiterhin Verbesserungspotential

Bisher hat der Videoschiedsrichter in dieser Saison 57 Mal eingegriffen. Das bedeutet natürlich auch 57 Fehlentscheidungen weniger. Allerdings hat sich der Gesprächsbedarf dadurch nicht gerade verringert. Es besteht weiterhin Verbesserungspotential.

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