Wieso ist Eishockey in Deutschland bei weitem nicht so beliebt, wie Fußball?

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Fußball ist leichter zu verfolgen

Fußball gehört zu den Sportarten, die sich recht gut verfolgen lassen. Der Ball ist zwar häufig schnell unterwegs, aber nie so schnell, dass man mit den Augen nicht mitkommen würde. Zusätzlich ist der Ball so groß, dass man ihn auch im Stadion aus der letzten Reihe noch gut erkennen kann. Man sieht ganz genau, wenn der Ball am Torwart vorbei ins Netz einschlägt. 

Anders beim Eishockey. Der Puck nimmt zum Teil so hohe Geschwindigkeiten auf, dass er gerade als Laienzuschauer häufig aus den Augen verloren wird. Wenig hilfreich ist dabei die Tatsache, dass der Puck recht klein und flach ist. Dadurch verschwindet er auch gerne mal unter den Körpern der Spieler und der Zuschauer verliert die Übersicht. Typisch dafür ist folgende Szene: Aus einigen Metern Torentfernung feuert ein Spieler den Puck in Richtung Tor. Als Zuschauer schaut man gespannt zu, man kann aber nur erahnen was passiert. Es ist nicht meist nicht sofort klar, oder der Torwart den Puck unter sich begraben konnte, oder ob er ihn durchgerutscht ist. Dementsprechend ist es nötig, dass dem Zuschauer durch eine Lampe am Tor signalisiert werden muss, wenn ein Tor erzielt wurde. 

Komplizierte Regeln

Icing, Bully, Check, Powerplay und Slot. Der Eishockeysport ist voll mit komplizierten Regeln und Begriffen. Allein Icing zu erklären ist ähnlich anspruchsvoll wie Abseits beim Fußball. Hinzu kommen die komplizierten Regelungen bezüglich Zeitstrafen. All dies sorgt dafür, dass es Menschen schwer fällt mit dem Sport warm zu werden – und das nicht nur aufgrund der Temperaturen in der Halle. Beim Fußball hingegen ist das Regelwerk deutlich übersichtlicher und schneller zu verstehen. Und im Zweifel ist es Foul wenn der Schiri pfeift. An diese Weisheit kann man sich beim Eishockey nicht halten, denn es gibt gleich drei Schiris. Und die haben einiges zu tun… 

Sehr harte Sportart

Dem modernen Fußball wird häufig vorgeworfen, dass auf dem Platz nur 22 Weicheier stehen würden. Ständig lege jemand mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden. Andauernd werde zu Flugeinlagen angesetzt, um einen Elfmeter herauszuholen. Was der Fußball an gesunder Härte vielleicht mittlerweile zu wenig hat, mag der Eishockeysport zu viel von haben. Gerade in der öffentlichen Wahrnehmung geht es beim Spiel auf dem Eis recht brutal zu. Und tatsächlich: der Check gegen die Bande ist ein reguläres Mittel und kommt im Spiel vielfach vor. Nur verständlich, dass die Spieler da auch schonmal aufgeladen aufeinanderprallen. Hin und wieder fliegen in diesen Momenten auch schonmal die Fäuste und Helme. Diese Kampfeinlagen werden zwar mit entsprechenden Zeitstrafen bestraft, und nach dem Spiel geben sich alle Akteure sofort die Hand. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass viele Zuschauer von der hohen Aggressivität zum Teil abgeschreckt werden. 

Wann und wo lässt sich schon Eishockey spielen?

Ein paar Quadratmeter Rasen und vier Gegenstände die als Torbegrenzung fungieren. Mehr braucht es nicht um Fußball zu spielen. Dies dürfte ein Grund dafür sein, warum dieser Sport so populär ist. Er lässt sich immer und überall Spielen. Ganz anders beim Eishockey. Hier bedarf es – der Name verrät es schon – eine Eisfläche. Und diese findet man – sofern nicht Dauerfrost herrscht – nun einmal nur in einer Eissporthalle oder ähnliches. Dementsprechend ist die Starthürde um mit dem Eishockeysport zu beginnen deutlich höher. Das an diesem Argument etwas dran sein muss, zeigt sich mit Blick auf die großen Eishockeynationen der Welt. Sowohl Kanada als auch Norwegen und Russland verfügen über sehr strenge Winter, die es einem Großteil der Bevölkerung möglich machen, über Monate hinweg auf irgendwelchen Wasserflächen Eishockey zu spielen. 
Hinzu kommen die gravierenden Unterschiede in puncto persönlicher Ausstattung. Beim Fußball reichen Schuhe, im Idealfall Stollenschuhe, und normale Sportklamotten komplett aus. Möchte man hingegen aufs Eis, und dieses im Anschluss wieder unverletzt verlassen, bedarf es nicht nur spezieller Sportschlittschuhe und Schläger, sondern auch einer bestehenden Schutzausrüstung aus Helm, Schienbeinschoner und weiteres. 

Unter Wettfreunden doch recht beliebt

Sowohl auf dem Rasen als auch auf dem Eis geht es darum, als Team möglichst viele Tore zu erzielen. Auch die Anzahl der Tore während eines Matches ist relativ ähnlich. Anders als beim Basketball oder Handball, kann auch im Eishockey, ähnlich wie beim Fußball, in jedem Moment das goldene Tor fallen. Gerade dadurch ist der Eishockeysport auch unter Wettfreunden sehr beliebt. In jedem Moment des Spiels kann entscheidendes passieren. Neben dem genauen Endergebnis lässt sich auch auf Torschützen, vergebene Zeitstrafen etc. wetten. Wer der beste Anbieter für Eishockey Wetten ist, erfährt man unter anderem auf Wettanbieter.online.

Tradition und Verbreitung

Fußball ist in Deutschland Volkssport Nummer Eins. Jedes noch so kleine Dorf verfügt über eine eigene Fußballmannschaft. Diese breiten Strukturen hat der Eishockeysport längst nicht zu bieten. Dieser Unterschied wirkt auch im Hinblick auf die Zukunft verstärkend. Schließlich kann man beim Fußball sofort im nächsten Dorfverein anfangen, beim Eishockey gestaltet sich die Suche deutlich schwieriger, weswegen viele Menschen die tendenziell schon gerne Eishockey spielen würden, lieber die Finger davonlassen. Aufgrund der jahrzehntelangen Tradition wächst der Nachwuchs im Fußball quasi automatisch heran. Schon in jungen Jahren kommen die Mädchen und Jungs garnicht am Fußball vorbei. An populären Vorbildern mangelt es nicht. Ob internationale Weltstars wie Messi und Ronaldo, oder nationale Idole wie Reus und Müller: auf dem Bolzplatz nebenan fallen diese Namen ständig. Wer hingegen kennt auch nur einen professionellen Eishockeyspieler? 


Zusätzlich verfügt der Fußball über eine erhöhte Medienpräsenz. Die deutsche Eishockeyliga hingegen ist im Fernsehen meist nur zu Playoffzeit häufiger zu sehen. Ob Playoffs im Allgemeinen zur Attraktivität beitragen ist eine Glaubensfrage. Die Einen befürworten die grenzenlose Spannung zum Ende der Saison, wo die besten Teams in direkten Duellen über eine Serie von Spielen gegeneinander antreten. Die Anderen sehen so den Ligaalltag, der über die gesamte Saison stattfindet, herabgestuft. Schließlich seien die „normalen“ Spiele mehr oder weniger egal, da es sich am Ende ohnehin in den Playoffs entscheidet. Diesen Wettbewerbsverzug würde auch den Zuschauern auffallen, weswegen Sie für die DEL ein Ligasystem wie im Fußball befürworten.

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